günstige Krankenversicherung

Eine günstige Krankenversicherung durch den private Krankenversicherung Vergleich

Schuldenerlass nur bis Jahresende

By • Dez 20th, 2013 • Category: Allgemein, gesetzliche Krankenversicherung, Krankenversicherer, private Krankenversicherung

Für Menschen ohne Krankenversicherung läuft in wenigen Tagen eine günstige Sonderregelung aus. Schuldenfrei wieder versichern. Warum bisher so wenige Betroffene davon Gebrauch machen, ist den Kassen und Verbänden ein Rätsel.

Lange Zeit hatte Martin Klinger ein Problem, dass es im deutschen Sozialsystem eigentlich nicht geben dürfte:

Der 40-jährige Selbstständige war nicht krankenversichert. 2006 ging seine Firma bankrott, somit konnte er die Beiträge nicht mehr zahlen und flog aus seiner Krankenkasse. Arztrechnungen beglich er nun selbst, größere Krankheiten hatte er zum Glück nicht. Versuche um sich wieder zu versichern, unternahm er nicht. Denn er wusste: Da seit 1. April 2007 Versicherungspflicht besteht, hätte er zunächst rückwirkend bis zu diesem Datum alle Beiträge plus Zinsen zahlen müssen. In seinem Fall wären das über 16.000 Euro gewesen.

Mehr als 130.000 Nichtversicherte

Mittlerweile ist Klinger wieder krankenversichert. Die schwarz-gelbe Koalition hatte im Sommer beschlossen, dass Menschen wie ihm, die Beitragsschulden erlassen werden. Die Regelung gilt allerdings nur für die, die sich bis 31. Dezember wieder versichern. Mehr als 130.000 bisher nichtversicherte Menschen könnten davon profitieren. Doch die Resonanz ist gering. Nach ersten Schätzungen von gesetzlichen Kassen und Privatversicherern haben sich erst einige Tausend angemeldet. Das hat die Sozialverbände alarmiert. Sie fordern jetzt eine Verlängerung der Frist.

„Die geringe Beteiligung hat gezeigt, dass die Befristung keine Anreizwirkung hat“, argumentiert der Vorsitzende des Paritätischen Gesamtverbandes Rolf Rosenbrock. „Wir brauchen deshalb eine Entfristung der Regelung, um das absurde Anhäufen von Beitragsschulden durch Nichtversicherte zu beenden“, verlangt er. Doch Union und SPD lehnen das ab. „Ein dauerhaftes kostenloses Rückkehrrecht wäre die Einladung, keine Beiträge zu zahlen, so lange man gesund ist“, sagt CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn. Ähnlich wird auch in der SPD argumentiert.

Die Koalitionäre verweisen darauf, dass eine Entfristung unfair gegenüber denjenigen ist, die ihre Beiträge zahlen. Das „Beitragsschuldengesetz“ nimmt so wie so schon einige Ungerechtigkeiten in Kauf: Wer beispielsweise zwischen 2007 und 2009 nicht krankenversichert war, aber inzwischen wieder Mitglied bei einer Kasse ist und alle Schulden beglichen hat, wird nicht entlastet. Wer sich jedoch erst jetzt versichert, wird schuldenfrei gestellt.

300 Euro Mindesttarif für Selbstständige

Warum das Gesetz nicht stärker genutzt wird, ist den Kassen und Verbänden ein großes Rätsel. Ein Grund kann sein, dass es gar nicht so viele Nichtversicherte gibt und die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Zahl von 130.000 zu hoch angesetzt wurde.

Auch denkbar wäre, dass viele Unversicherte eine Krankenversicherung aus Überzeugung für überflüssig halten. Am wahrscheinlichsten ist aber, dass es sich bei der Mehrheit der Betroffenen um kleine Selbstständige handelt, die befürchten, auch künftig ihre Beiträge nicht zahlen zu können.

Bei den gesetzlichen Kassen sind die Kosten ein Problem. Denn der Mindestbeitrag für Selbstständige beträgt rund 300 Euro. Selbst im Fall der Bedürftigkeit sind min. 200 Euro im Monat zu zahlen. Bei den Privaten gibt es dagegen seit Sommer einen Notlagentarif, der um die 100 Euro kostet.

Trotz der Probleme sind sich Politik, Krankenversicherer und Sozialverbände einig: Die Gelegenheit, sich schuldenfrei wieder zu versichern, sollte jeder Betroffene nutzen. Es ist nicht nur rechtswidrig, nichtversichert zu sein, sondern auch schwer fahrlässig.

 

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